Asset-Management

"Asset-Management" ist die strategische Vorgehensweise, den Einsatz der zur Erreichung der strategischen Geschäftsziele notwendigen "Assets" (Anlagevermögen wie z. B. Industrieanlagen, Maschinen, Gebäude, etc.), innerhalb einer Organisation zu maximieren.

Das erfordert die Integration eines Managementsystems, bezogen auf den strategischen Umgang mit Assets, der Vermeidung von Verlusten, effizienten Ressourceneinsätzen und eine Fokussierung auf Lebenszyklusmanagement in Strukturen und Prozessen. Eine Vielzahl von Schwachstellen, die in der operativen Betriebsphase (durch die Instandhaltung) abgestellt werden, sind konstruktiv bedingt! 

Struktur des Asset-Managements

Struktur des Asset Managements

Asset-Management und die Anforderungen an ein Asset-Management System werden in dem internationalen Standard ISO55000 Serie beschrieben.

Hier können Sie unseren Prospekt zum Thema downloaden oder ausdrucken.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu Asset-Management:

Ziel von Asset-Management

Das Ziel von Asset-Management ist, eine nachhaltige Wertschöpfung durch die maximale Gesamteffektivität  von Assets bei maximaler Wirtschaftlichkeit zu erbringen, sowie eine optimale Balance zwischen operativen Betriebsaufwendungen und Investitions- bzw. Kapitalkosten zu erreichen. Der optimierte Return of Assets (RoA) steht hierbei im Vordergrund.

 Diagramm

Asset-Management System

Ein Management System für das "managen" von Assets wird als Asset Management System benannt. Hierbei besteht eine klare Abgrenzung zu Software Systemen (auch wenn diese manchmal aus marketingorientierten Gründen ebenso genannt werden). Ein Management System ist viel mehr als das! Analog zu den bekannten Management Systemen wie Qualitätsmanagementsystem (ISO9001), Umweltmanagementsystem (ISO14001), oder auch dem Energiemanagementsystem (ISO50001) sind für einen strategischen Umgang mit den Assets ebenso organisatorische Rahmenbedingungen gegeben.

Die Etablierung des Asset Management Systems in die Organisation ist eine Managementaufgabe. Im Zuge der abgestimmten Vorgehensweise mit weiteren, zuvor aufgeführten Management Systemen spricht man von "integrierten Management Systemen". In Zukunft werden hierfür durch ISO auch entsprechende Zertifizierungsmethoden möglich sein.

Übersicht und Abgrenzung des Asset Management Systems

Geschaftsstrategie

Der Standard ISO55001:2013 beschreibt die Anforderungen an ein Asset Management System. Hierbei wird nicht unterschieden zwischen Anforderungen unterschiedlicher Bereiche, z. B. den infrastrukturellen Bereichen (meist Öffentlicher Sektor) oder den industriellen Bereichen (meist Privatwirtschaft).

Begriffsdefinition

„Asset“ ist ein Anglizismus für „Anlage“ bzw. in der Betriebswirtschaft für "Anlagevermögen". Das kann viel bedeuten: Es gibt Finanzanlagen und Sachanlagen, also Gebäude, Grundstücke und Maschinen. Auch „Human Assets“ sind bekannt. Asset-Management bedeutet also Anlagen Management. Im Sinne der ISO55000 ist vor allem das Management von physikalischen Anlagen betroffen. Als Managementaufgaben werden alle (strategischen) Tätigkeiten in Bezug auf die jeweilige Zielerreichung gesehen.

In der Praxis ist der Termus teils erweitert zu finden, beispielsweise „Physisches Asset Management“, „Technisches Asset Management“ oder auch „Enterprise Asset Management“. Nicht zuletzt deshalb, um eine Abgrenzung des operativen Bereichs von der in Deutschland typischwerweise genannten buchhalterischen „Anlagenverwaltung“ zu erhalten.

In Anlehnung an die ISO55000 Serie werden nur die Begriffe „Asset Management“ und "Asset Management System" definiert.

History und die Rolle der PA S55:2008

Die Grundlage für die Asset-Management Standardisierung und die ISO55000 Serie bildet eine britische Spezifikation, die bereits im Jahre 2002 Ihren Ursprung fand. Damals führte das britische Institute für Asset Management eine Management-Umfrage in verschiedenen Industrien und Behörden durch. Das Ergebnis war, dass die teilnehmenden Entscheider sich eine gemeinsame „Sprache“ wünschen. Die Idee der Entwicklung einer Spezifikation war geboren. In der ersten Umsetzung waren zwei Duzend britische Firmen und Behörden beteiligt, wo in der zweiten Ausgabe 2008 bereits 49 Organisationen aus 15 Industrien und 10 Ländern die PAS55:2008 entwickelten. Deutschland hat sich daran nicht beteiligt.

Der Fokus in dieser zweiten Version zielte auf die Sicherstellung der Zuverlässigkeit von physischen Assets, vor allem durch managen der organisatorischen Rahmenbedingungen sowie eine Handhabung aller Risiken über den kompletten Produktlebenszyklus, die eine Zielerreichung negativ beeinflussen können. Kernthema der PAS55:2008 ist die Anpassung des Risiko Managements in die technischen Bereiche.

Nach dem weltweiten Erfolg der PAS55 wurde von der ISO entschieden, Asset Management zu einem weltweit gültigen Management System zu erweitern. Die ISO55000 wurde 2010 geboren.

ISO 55000 Serie

Nach dem weltweiten Erfolg der PAS55:2008 für Asset-Management, wurde von der International Organization of Standardization (ISO) entschieden, Asset-Management zu einem weltweit gültigen Management System zu erweitern. Es wurde ein internationales Komitee einberufen, bestehend aus über 30 teilnehmenden Ländern, um folgende Entwicklung auf dem Weg zu bringen:

  • ISO55000:2014 - Übersicht und Prinzipien
  • ISO55001:2014 - Anforderungen an das Managementsystem
  • ISO55002:2014 - Leitlinien zur Einführung

Von 2011 bis 2013 wurde vom Kommitee ein Draft entwickelt, der dem ISO-Zentralkommitee zur Prüfung vorlag. Nach positiver Abstimmung mit anderen Management Systemen im Rahmen des "Integrated Management System" wurde der "Final-Draft" im Juli 2013 verabschiedet. Die Richtlinien wurden Anfang 2014 veröffentlicht.

Industrielle Assets

Ein industrielles Asset (Anlagen und Maschinen) definiert sich als komplexes technisches System, welches für eine spezielle Anwendung errichtet bzw. hergestellt wurde. Diese wirken in Ihrer konstruierten Art und Weise auf ein stoffliches, energetisches oder informationelles Bearbeitungsobjekt ein, um dieses gezielt zu verändern.

Assets unterschiedlicher Art können, in Bezug auf den jeweiligen Wertschöpfungsprozess, auch "gruppiert" sein in Asset Systeme oder Asset Portfolios.

Ein Asset besteht aus verschiedenen Baugruppen, Maschinenelementen und Bauelementen.

In der folgenden Einteilung aus dem Anlagenbau wird zwischen fünf Asset-Kategorien in der Industrie unterschieden:

  • Kraftwerke und Energieanlagen
  • Anlagen der Verfahrenstechnik
  • Anlagen der Fertigungstechnik
  • Recycling- und Entsorgungsanlagen
  • Anlagen der Lebensmittelindustrie

Infrastrukturelle Assets

Auch Großprojekte im Bereich Luft- und Schienenverkehr, Energieerzeugung und -verteilung (Wasser, Gas, Strom), Abwasseraufbereitung und viele weitere großinfrastrukturelle Projekte sind mit den Abläufen und Merkmalen des industriellen Anlagenbaus vergleichbar. Bei dieser Art von (Groß-)Projekten, zumeist von der öffentlichen Hand getragen, ist der Finanzierungs- und Planungsaufwand deutlich höher. Nicht nur während der Erstellungsphase, auch im operativen Betrieb. Um so wichtiger ist deswegen die technische und finanzielle Planung des "Asset-Managements".

Vom Instandhaltungs-Management zum Asset-Management

Die Norm DIN 31051 gibt das in Deutschland vorherrschende Verständnis zu Instandhaltungsmanagement wieder: Danach umfasst Instandhaltung die Bereiche:

  • Inspektion
  • Wartung
  • Instandsetzung
  • Verbesserung

Das „Asset-Management“ versteht sich im Gegensatz zur operativen Instandhaltungsnorm DIN31051 als ein ganzheitliches „Management System“, das für das „managen der Assets“, ähnlich wie es bereits im Qualitätsmanagement bekannt ist, verantwortlich ist (vgl. Asset Management System). Dabei sind mehr als die in DIN31051 geforderten Bereiche zu berücksichtigen.

Das Asset-Management trennt in einer Organisation nicht zwischen den Arten von Assets. Die in vielen Unternehmen klassischen Funktionsbereiche „Facility-Management“ und „Maschinen-/Anlageninstandhaltung“ wird vom strategischen Ansatz aufgehoben. Was nicht bedeuten muss, dass es in der operativen Ebene in verschiedene Gewerke getrennt ist.

Insgesamt werden alle „physikalischen“ Assets, die der Pflege, Wartung oder Instandsetzung bedürfen, mit vereinheitlichten Strategien, Risikoplanungen und definierten Prozessen betreut.

Mit Blick auf die Instandhaltungsnorm DIN 31051 zeigt sich, dass in der Instandhaltung nach bisherigem Verständnis ein Schwerpunkt auf den operativen Instandhaltungsstrategien liegt.

Wenn man die Elemente des Asset Management Systems betrachtet, erkennt man, dass die Instandhaltung ein Teilbereich davon ist. Die Bandbreite des Asset-Managements ist viel größer, wird jedoch von der Qualität der Instandhaltung stark beeinflusst. Um die Einflüsse auf geplante Investitionen von Anlagen verstehen zu können, muss die Instandhaltungsorganisation dafür notwendige Informationen zur Verfügung stellen. Je mehr Informationen zu Produktions- und Instandhaltungstätigkeiten bekannt sind, desto höher und zielgerichteter ist die Wirkung des Asset-Managements. Die Integration eines Asset Management Systems fokussiert nicht nur (präventive) Instandhaltungsstrategien, sondern auch prozessuale und strukturelle Rahmenbedingungen, während aller Lebenszyklusphasen von Assets, für einen optimierten RoA.

Asset Management betrachtet zudem nicht nur die Aufrechterhaltung des produktiven Betriebs von Maschinen und Anlagen, sondern betrachtet deren ganzen Lebenszyklus. Eine klare gemeinsame Zielausrichtung von Konstruktion, Controlling, Produktion und Instandhaltung in Bezug auf den Umgang mit Assets erfolgt bisher nur in wenigen Firmen. Asset Management bietet hierbei eine Chance zur Annäherung dieser Bereiche. Unter diesem Aspekt werden gemeinsame Lastenhefte erstellt, Pflichtenheft abgenommen und Prozesse für die Überwachung entwickelt. Am Ende des Lebenszyklus gilt es, Kriterien und Entscheidungen über Modernisierung, Neuinvestitionen oder weitere lebenszyklusverlängernde Maßnahmen zu treffen.

capex

Die Grafik zeigt die Abhängigkeit zwischen operativen Betriebsaufwendungen (OPEX) zu Investment-basierenden (CAPEX) Lebenszyklusaktivitäten.

Die Betriebsaufwendungen für Instandhaltungsmaßnehmen definieren sich, vor allem in Deutschland, anhand der Instandhaltungsnorm DIN31051. Funktionale Änderungen an Anlangen, aus unterschiedlichen Gründen, wie Prozessoptimierung oder Energieeffizienz werden nach den Vorgaben der Wirtschaftsprüfung dem Investitionsbedarf zugeordnet.

Wo stehen Sie?

zeitstrahl

Unsere Leistungen zur Einführung und Optimierung eines Asset-Management Systems:

Das Asset-Management Modell stellt eine systematische Vorgehensweise bei der Verbesserung der technischen Bereiche eines Industrieunternehmens über alle Phasen des Lebenszyklus von Maschinen und Anlagen sicher.

Modell IPS Risiko Management Controlling & Kennzahlen Lieferanten Management Ersatzteil Management Organisation & Mitarbeiter Auftragsabwicklung Instandhaltungs-Strategien Asset Management

Die Teilbereiche entsprechen folgenden Anforderungen:

  • ISO 9000ff (Quality Management)
  • DIN 31051 (Instandhaltung)
  • PAS55:2008 (Asset Management)
  • DIN EN 31000 (Risiko Management)
  • DIN 69901 (Projektmanagement)